Karate (etwa: der Weg der leeren Hand), ursprünglich als Okinawa-Te bezeichnet, ist eine
Kampfkunst aus Japan.
Karate ausübende Personen werden als Karateka bezeichnet.
Die genauen Ursprünge sind leider nicht mehr genau nachvollziehbar. Prinzipiell geht das
Karate wohl auf den buddhistischen Mönch Daruma Taishi (Bodidharma) aus Kanchi Puram
(Südindien) zurück. Er brachte seine Kampfkunstkenntnisse nach China. Dort entwickelte sich
über die Jahrhunderte die Kunst des Quanfa (Kempo, Wushu) mit seinen verschiedenen
Ausprägungen (Kranich-, Tiger- Schlangen-, Panter- und Drachenstil). Die bekanntesten
Vertreter dieser Kampfkunst sind sicher die Mönche des Shaolin.
Durch rege politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen China und Okinawa übertrugen
sich nach und nach die Techniken und Kata auf die Bewohner der Ryukyu-Inseln.
Der erste bekannte Meister des Te (Tode) war vermutlich Yara, der etliche Jahre in China
lebte und dort die Kampfkunst seines Meisters erlernte. Der Legende nach unterrichtete er
wohl "Tode" Sakugawa, einen Schüler von Peichin Takahara. Auf Sakugawa geht eine Variante
der Kata Kusanku zurück. Der bekannteste Schüler Sakugawas war "Bushi" Sokon Matsumura, der
später sogar den Herrscher von Okinawa unterrichtete.
Karate entwickelte sich aus dem chinesischen Kung Fu (japanisch Kempo) und bedeutete
eigentlich chinesische Hand, da das erste Zeichen der alten Schreibweise kara gelesen wurde,
was soviel wie China bedeutete. Diese Schreibweise war bis in die 30er Jahre gebräuchlich.
Danach wurde der Verweis auf China in Japan aus politischen Gründen getilgt. In der neuen
Schreibweise werden drei Zeichen für das Wort Karate-Do- verwendet, die soviel bedeuten wie
Der Weg der leeren Hand.
Karate hat einen spirituellen Kern, aus Elementen des Zen, Tao und Einflüssen des Bushido.
Zum besseren Verständnis des spirituellen Wesens des Karate ist auch das Studium des
chinesischen Taijiquan sehr geeignet. Die Übungsstunden im Karate beginnen und enden
traditionell mit einer kurzen, symbolischen Meditation. Auch die Wiederholung der
Bewegungen, im Kihon und Kata wird von manchen Meistern als Meditation betrachtet. Das Ki
Bewusstsein, wie z.B. das Koordinationsvermögen und das Reaktionsvermögen sollen durch
körperlich anstrengende, konzentrierte und dynamische Bewegungen gestärkt werden. Bei der
Aufwärmgymnastik werden in manchen Schulen auch Bestandteile von Yogaübungen ausgeführt.
Karate in seiner heutigen Form entwickelte sich auf der pazifischen Insel Okinawa,
Hauptinsel der Ryu-kyu--Inseln. Die Insel liegt ca. 600 Kilometer südlich von den
japanischen Hauptinseln und ist Japans südlichste Präfektur. Bereits im 14. Jahrhundert
unterhielt Okinawa, damals noch unabhängig, erste Handelskontakte zu Japan, China und Korea.
Zu dieser Zeit fand ein erster kultureller Austausch statt, wodurch erste Eindrücke
chinesischer Kampftechniken nach Okinawa gelangten, die als Okinawa-Te oder auch nur als Te
bezeichnet wurden. Te bedeutet wörtlich soviel wie Hand, im übertragenden Sinne auch
Technik bzw. Handtechnik. Der ursprüngliche Begriff für Karate, Okinawa-Te, kann daher grob
als Handtechnik aus Okinawa übersetzt werden (meint aber natürlich die verschiedenen
Techniken als Ganzes). Diese Kampfkünste wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts an Orten
wie Shuri, Naha, Tomari und anderen Städten auf Okinawa zum Grundstamm der heutigen
Karate-Stile weiterentwickelt.
Bereits Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Bevölkerung auf Okinawa verboten, Waffen zu
besitzen. Dies erfolgte nach dem Zusammenbruch der Sho-Dynastie. Zu Beginn des 17.
Jahrhunderts wurde Okinawa durch den japanischen Satsuma-Clan unter der Führung Shimazus
erobert und verlor damit seine Unabhängigkeit. Auch diesmal wurde der Bevölkerung wieder
ein strenges Verbot auferlegt, Waffen zu besitzen. In der Mitte des gleichen Jahrhunderts
wurde schließlich auch die Produktion von Waffen, einschließlich zeremonieller Waffen, auf
Okinawa untersagt. In diese Zeit fallen die Namen Kushanku und Sakugawa, die das vorhandene
japanische Tode technisch erweiterten.
Darum trainierte die aufständische Bevölkerung waffenlose Kampftechniken. Aus der Not wurde
auch das Kobudo entwickelt, bei dem unterschiedlichste landwirtschaftliche Werkzeuge zu
Waffen umfunktioniert wurden. Sämtliche spirituellen, mentalen und gesundheitlichen
Aspekte, wie sie aus dem Kung-Fu gelehrt wurden, gingen verloren. Auf Effizienz ausgelegt,
wurden Techniken, die unnötiges Risiko bargen, wie beispielsweie Fußtritte im Kopfbereich,
nicht trainiert.