Taekwondo

Taekwondo (auch Tae-Kwon-Do oder Taekwon-Do) ist ein koreanischer Kampfsport und steht für die Kunst der Fäuste und Füße. Obwohl Taekwondo für den laienhaften Betrachter große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, so unterscheidet es sich doch in einigen wesentlichen Punkten von diesen. Ein wichtiger Unterscheidungspunkt ist der stark ausgeprägte Formenlauf (auch Schattenkampf genannt), in dem insbesondere Stellungen, Bewegungsabläufe und Präzision trainiert werden. Darüber hinaus ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist. Im Taekwondo dominieren Fußtechniken deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten.

Der Begriff "Taekwondo" sowie die heutige Art der Ausübung ist erst in neuerer Zeit entstanden und kann ganz grob als Synthese der vielen diversen koreanischen Kampfsportstile betrachtet werden. Die traditionellen Wurzeln des Taekwondo reichen folglich bis etwa zum 1. Jahrhundert nach Christus zurück und wurden seitdem durch zahlreiche Einflüsse anderer Kampfsportstile und -Schulen ausgebaut und verfeinert. Um diese Synthese auszudrücken, wurde der Name Taekwondo gewählt, der sich aus den folgenden drei koreanischen Worten zusammensetzt:

Tae = "Springen, Schlagen, Treten mit dem Fuß" (stellvertretend,für alle Fuß- und Beintechniken),

Kwon = "Faust" (für alle Hand- und Armtechniken) und

Do = "Der Weg zur geistigen Reife, die Kunst des waffenlosen Kämpfens".

Taekwondo als moderner Sport unterteilt sich heute in die einzelnen Disziplinen:
  1. Formenlauf (Tul, Hyong, Taeguk/Poomse): festgelegte Techniken werden in vorgegebener Reihenfolge durchgeführt.
  2. Selbstverteidigung (Hosinsul): Selbstverteidigung gegen einen/mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Gegner.
  3. Bruchtest (Kyok-pa): Zerstören von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken.
  4. Freikampf (Taeryon, Matsoki oder Kyorugi): abgesprochener oder freier Kampf in verschiedenen Kombinationen.
  5. Wettkampf (Chayu Matsoki): Teil- oder Vollkontaktkampf gegen einen Gegner.
  6. Grundschule (Kibon Yonsup), Gymnastik (Dosoo Dallyon) und Theorie (Ilon) sollten aber auch ständige Trainingsbestandteile sein.
Durch kontinuierliches Training und bewußte Ausübung dieser Disziplinen sollten die Taekwondoins, so werden alle Taekwondo-Betreibenden genannt, ihren Geist schulen. General Choi Hong Hi, der Begründer des modernen Taekwondos, hat dies in zehn zu erreichenden Zielen zusammengefaßt ("Grundsätze des Tae-Kwon-Do"), die wie folgt lauten:
  1. Ye-Ui, die Höflichkeit
  2. Yom-Chi, die Integrität
  3. Innee, die Geduld bzw. die Ausdauer
  4. In-Nae, das Durchhaltevermögen
  5. Guk-Gi, die Selbstdisziplin
  6. Beakjul-bool-gul, die Unbezwingbarkeit
  7. Hullyung-ham, die Fairness
  8. Jung-shin-soo-yang, die moralische, ethische Einstellung und Bildung im Taekwondo
  9. Kyum-son, die Menschlichkeit
  10. Chung-shin-t´ong-il, die Konzentrationsfähigkeit
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